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Lebenselixier Wasser


Wasser ist heute für jeden von uns ganz selbstverständlich. Es ist einfach da. Wir verwenden es in Überfluss und machen uns keine Gedanken, wie wertvoll dieser Stoff eigentlich ist. Erst wenn uns bei Überschwemmungen in Gefahr bringt oder wenn es nach langer Trockenheit immer spärlicher in unseren Bächen und Flüssen fließt, dann dringt es in unserem Bewusstsein in den Vordergrund.



Seit Menschengedenken wurde der Natur Wasser entnommen, ohne dass dies dem Wasserhaushalt schadet. Erst im Industriezeitalter begannen wir, unser wertvolles Gut zu verschmutzen und zu vergeuden. Vor allem industrielle Abwässer, die wir einfach in die Flüsse leiteten, machten dem Wasser schwer zu schaffen. Die Flüsse wurden einfach als Abfalleimer benützt. Lange dauerte es, bis die Gesellschaft in den vergangenen Jahrzehnten den Bewusstseinswandel durchmachte und dem Schutz des Wassers mehr Beachtung schenkte.


  Ewiger Kreislauf regeneriert das Wasser


Unser Planet Erde wird zu drei Viertel von Wasser bedeckt. Dieses Wasser ist es auch, das Leben auf unserer Erde erst ermöglichte. Während der größte Teil unseres Wassers auf die Weltmeere verteilt ist, beträgt der Süßwasseranteil nur 2,6 %. Dieses ist überwiegend im Eis der Polkappen gebunden. Der Rest von einem halben Kubikkilometer befindet sich im ewigen Kreislauf zwischen Erde und Himmel. Es verdunstet und kommt als Niederschlag wieder zurück. Während dieses Kreislaufes entledigt sich das Wasser aller schädlichen Beimengungen und regeneriert sich auf diese Weise stets aufs neue.




  140 Liter täglicher Verbrauch


Interessant ist es zu sehen, wie der Wasserverbrauch in einem Haushalt aufgeteilt ist. Jeder Erwachsene verbraucht bei uns im Durchschnitt täglich 140 l Wasser. Davon fallen am meisten für das WC etwa 45 l, und das Bad und die Dusche an die 40 l an. 10 l ungefähr braucht jeder für die Körperpflege und das Geschirrspülen. 15 l sind für das Wäschewaschen und Sonstiges. Für Kochen und Trinken fallen täglich 5 l an.


  Energie aus Wasser

Wasser ist ein hervorragender Energielieferant. Als im Jahr 1866 Werner von Siemens das "dynamoelektrische Prinzip" entdeckte, begann auch die Stromerzeugung aus Wasserkraft. Im gleichen Jahr wurde in Berchtesgaden die erste öffentliche Stromversorgung Bayerns aus einem 60 PS leistenden Wasserkraftwerk gespeist. Von da an entstanden nun an vielen bayerischen Flüssen Wasserkraftanlagen.

Kraftwerk ist dabei jedoch nicht gleich Kraftwerk. Ein Laufwasserkraftwerk arbeitet rund um die Uhr. Die Stromerzeugung ist dabei von der Wasserführung des Flusses abhängig. Diese Kraftwerke werden heute überwiegend direkt in den Flusslauf gebaut. In Bayern werden heute über 100 dieser Laufwasserkraftwerke betrieben.








Speicherkraftwerke dagegen nutzen Wasser aus hochgelegenen Seen. Hier wird das Wasser über Druckrohrleitungen oder Stollen auf die Turbinen des im Tal gelegenen Kraftwerks geleitet. Das im Jahr 1924 erbaute Walchensee Kraftwerk ist eines der größten und bekanntesten dieses Typs.

Etwas anders arbeiten Pumpspeicherkraftwerke. Hier wird das Wasser in Zeiten geringen Strombedarfs zunächst in ein meist künstlich angelegtes Wasserbecken gepumpt. Wird dagegen viel Strom benötigt, kann das Wasser aus dem oberen Bereich über die Turbinen abgelassen werden. Dabei wird wertvoller Spitzenstrom erzeugt.



Text und Fotografien © Walter J. Pilsak  2005  

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